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Protokoll der JHV. Protokoll der Jahreshauptversammlung am 19 .03. 2012 TOP 1 Begrüßung Der
Vorsitzende Horst Perry begrüßt die Anwesenden und bedankt sich für die
zahlreichen Spenden. Er begrüßt von der Presse Frau Ullmann, die zukünftig
für den Herold und den Probsteer schreiben wird. Er bedankt sich bei Frau
Wilkat und Herrn Pastor Thoböll für die gute Zusammenarbeit und
Unterstützung, sowie bei Herrn Lüneburg für die Pflege der Home Page des
Fördervereins.
TOP 2 Genehmigung der Tagesordnung
TOP 3 Verlesen des Protokolls der JHV
vom 14.03.2011
TOP 4 Genehmigung des Protokolls zu TOP 3
TOP 5 Bericht des Vorsitzenden
TOP 6 Kassenbericht
TOP 7 Bericht der Kassenprüfer
TOP 8 Entlastung des Vorstandes
TOP 8a Bericht von Pastor Thoböll
TOP 9 Wahlen
Die bisherige Schriftführerin Helga Grimm steht für eine
Wiederwahl nicht zur Verfügung. Als neue Schriftführerin wird Hella Kloth
vorgeschlagen. Weitere Vorschläge gibt es nicht. Frau Kloth wird einstimmig
bei eigener Enthaltung gewählt. Frau Kloth nimmt die Wahl an.
TOP 10 Jahresplanung
TOP 11 Verschiedenes
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Eine Geschichte zu den Särgen in der Kirche... In unregelmäßiger Reihenfolge möchte ich für Sie Begebenheiten aus unserer Kirche und von den langjährigen Patronen unseres Kirchspiels, den Grafen Blome, berichten. Heute beginne ich mit einer Begebenheit aus dem Jahre
1985, als unsere Kirche renoviert wurde und ihren alten Namen
Katharinenkirche wieder erhielt: Die altersschwache Heizung musste endgültig erneuert
werden. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde der Ziegelboden zwischen Chor und
Kirchenschiff herausgenommen. Dabei geschah es! Plötzlich ein Loch im Fußboden
und darunter kam eine lang in Vergessenheit geratene niedrige Gruft zum
Vorschein. Mit den hinzugezogenen Fachleuten vom Denkmalschutz wurde die
Gruft untersucht, vermessen und fotografiert. Man fand einen
Steinsarkophagen, zwei Zinksärge und zwei bis drei vollständig zerstörte
Särge, deren Überbleibsel mit den Gebeinen in einer Ecke lagen. Es ist
anzunehmen, dass die Decke nach 1742 einmal eingestürzt war. Dabei wurden
diese Särge zerstört. Neben den Überbleibseln lag auch Bauschutt, der
in der Eile, wie auf einem Foto gut erkennbar ist, hinter die Särge
geschaufelt wurde. Es bestand bestimmt weiterhin Einsturzgefahr, denn der
Sarkophag dient jetzt als zusätzliche Stütze, und viele Kalkspritzer auf
den anderen Särgen zeugen von einer hastigen Bauausführung. Im Steinsarkophag ruht Detlev Blome, der als Sohn von
Wulf Blome (1651-1735) am 03. September 1687 auf Gut Hagen geboren wurde
und am 18. September 1742 unverheiratet im Hamburg verstarb. Warum dieser
Sarkophag nicht in der 1717 angebauten Gruft beigesetzt wurde, ist
unbekannt. Wer in den beiden unzerstörten Särgen ruht, ist mir nicht
bekannt, aber ein flacher Zinksargdeckel der zerstörten Särge gab ein
„Geheimnis“ preis: Auf Anordnung des Denkmalschutzes wurden die zerstörten
Sargteile heraufgeholt, um sie zu entsorgen. Dies erfuhr der leider viel
zu früh verstorbene ortsansässige Paul Schmidt. Wir beschlossen, diesen
Deckel in seiner Werkstatt einmal genau anzusehen, denn trotz aller
Verschmutzung konnte man erkennen, dass etwas in den Zinkdeckel graviert
war. Nach gemeinsamer Säuberung stellten wir fest, dass in dem zerstörten
Sarg Bartram Pogwisch (27.12.1540-1607) geruht hatte. Er war Besitzer der
Güter Dobersdorf, Hagen und Schönhorst. Seine Frau war Ida Pogwisch,
geb. Blome. Sie waren die Urgroßeltern von Lucia Blome, geb. Pogwisch,
die 1646 Hinrich Blome geheiratet hatte. So ist anzunehmen, dass in den
anderen Särgen in dieser Gruft die Vorfahren von Lucia Blome, ihr Ehemann
Hinrich und auch sie selbst beigesetzt waren. Ob auch ihr Vater Siegfried
Pogwisch, der 1626 mit 30 Jahren im heutigen südlichen Niedersachsen während
des 30-jährigen fiel, hier beigesetzt wurde, ist nicht bekannt. Beschreibung
des Sargdeckels: Auf dem oberen Drittel des Sargdeckels befindet sich ein Wappen mit dem laufenden Wolf (Pogwisch); auf der Spitze des Wappens ein Wolfskopf, der aus einem Federbusch herausragt. Über dem Wappen sind die Buchstaben „BPW“ eingraviert. Unter dem Wappen ist Jesus am Kreuz mit INRI-Inschrift und am Fuße des Kreuzes ein Totenschädel mit Gebeinen eingraviert. Der äußere Rand des gesamten Deckels ist mit kunstvollen Ornamenten ziseliert. Inschrift
des Sargdeckels: IN
DISSEM SARCKHE ROUWET DER EDLER NE... ERN VESTER BARTRAM PHOWISSCHE DER
SEINEN GODT ... NEDICH SI ICK
WETH DAT MIN VORLOSER ERLEVET UND HE WERT MI NAMALS UTH DER ERDEN
VPERWECKEN UN ICK WERDE DANACH MIT DISSER MINER HVD VMMEGEVEN WERDEN UND
WERDE IN MINEN FLEISCHE GODT SEHEN DEN SULVVEN WERDE ICK MI SEHEN UND MINE
OGEN WERDEN ENE SCHOUWEN UND ... FREMDER ICK
WILL SCHOUWEN DIN ANTLATE IN GERCHTIGHEIT ICK WILL SATH WERDEN; WE ICK
UPWAKE NA DINEN BI...E STEHMEN HÖREN UND WERTH HERUD GAHN, DE GUDT GEDAHN
HEBBEN THO DER UPERSTANDINGE UND DA LEVEN WOL JESUS
SPRACK: ICK BIN DES UPERSTANDINGE UND DAT LEVEN, WOL AN MI GELOVET DE WERT
LEVEN WEN HE OCK REDE STORVE UNDE WOL DAR LEVET UND GELOVET AN MI DE WERT
NIMMER MHER STERVEN ANNO
1607 Unter
der Inschrift befindet sich ein Wappen mit dem springenden Hund (Blome),
auf der Spitze des Wappens ein Busch aus Pfauenfedern, darunter folgende
Inschrift: DIE
POEWISKEN SELIGE BARTRAM NAGELATEN WEDEWE: Jetzt
liegt der Sargdeckel auf einem einfachen Holzrahmen genagelt auf dem
Kirchenboden und wird dort in Vergessenheit geraten. Aber irgendwann wird
wieder jemand den Sargdeckel in Augenschein nehmen und wohl rätseln, wie
und warum dieses Überbleibsel aus lang vergangener Zeit auf dem
Kirchboden lagert. An Paul Schmidt, dem wir es hauptsächlich zu verdanken
haben, dass ich diesen Bericht schreiben konnte, wird sich dann wohl
niemand mehr erinnern.
Horst Perry
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